Dänisches Krankenhaus gewinnt europäischen Preis für erfolgreiche Energiedienstleistungen

  • Feierliche Preisverleihung des European Energy Service Awards im Berliner Roten Rathaus
  • Senatorin Ramona Pop: „Für eine erfolgreiche Energiewende brauchen wir innovative Unternehmen.“
  • Auszeichnung würdigt erfolgreiche Energiedienstleistungsprojekte in der Europäischen Union

Das Hvidovre Krankenhaus in Dänemark hat einen von vier European Energy Service Awards (EESA) gewonnen. Die Gewinner des Wettbewerbes wurden heute von Berlins Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Ramona Pop, dem Geschäftsführer der Berliner Energieagentur (BEA), Michael Geißler sowie dem Jurymitglied Dr. Julije Domac (FEDARENE – Europäischer Verband der Energie- und Klimaschutzagenturen) während einer feierlichen Preisverleihung im Roten Rathaus ausgezeichnet.

Durch den Einsatz von erneuerbaren Energien, intelligenter Gebäudeleittechnik sowie der Einführung eines Energiemanagementsystems sind in dem dänischen Hvidovre Krankenhaus hohe Energie- und Emissionseinsparungen erzielt worden. Umgesetzt wurden die Maßnahmen durch einen externen Dienstleister auf der Basis eines Energiespar-Contracting-Vertrages (ESC).

Die BEA verlieh die Auszeichnungen zum zehnten Mal. Gemeinsam mit der Europäischen Kommission sind im Rahmen des EU-Projektes guarantEE herausragende europäische Projekte und Institutionen im Bereich Energiedienstleistungen geehrt worden. Weitere Preisträger sind die Energieagentur Dublin (Codema), die belgische Wirtschafts- und Beschäftigungsförderungsagentur GRE Liège mit dem Projekt RenoWatt und das italienische Bauunternehmen Edilvi S.p.A.

Wirtschaftssenatorin Pop unterstrich in ihrer Laudatio, dass Energieeffizienz der Schlüssel für eine erfolgreiche Energiewende und mehr Klimaschutz ist. „Wir brauchen noch mehr Unternehmen, die mit innovativen Technologien und Geschäftsmodellen auf diesem Markt tätig sind und somit nachhaltig die regionale Wertschöpfung steigern. Deshalb beglückwünsche ich die Preisträger für ihre leuchtenden Beispiele, die hoffentlich in ganz Europa Nachahmer finden.“

BEA-Geschäftsführer Michael Geißler sagte: „Gute Rahmenbedingungen für Energiedienstleistungsmodelle sind der Schlüssel für mehr Energieeffizienz in Europa. Der EESA und Projekte wie guarantEE
illustrieren mit erfolgreichen Umsetzungsbeispielen, welche Vorteile Energiespar-Contracting und andere Modelle sowohl in der Finanzierung als auch in der Umsetzung haben.“

Die Gewinner wurden von einer internationalen Jury ausgewählt. Mitglieder der Jury waren neben dem bei der Preisverleihung anwesenden Dr. Julije Domac (FEDARENE) auch Terry McCallion (Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung), Paolo Bertoldi (Europäische Kommission) und Ralf Goldmann (Europäische Investitionsbank).

Die Preisträger im Einzelnen

Kategorie „Bestes europäisches Energiedienstleistungsprojekt“:

Energiespar-Contracting-Projekt im Hvidovre Krankenhaus, Dänemark: In Zusammenarbeit mit Siemens wurde in acht Gebäuden ein zentrales Gebäudeleitsystem etabliert, die Beleuchtung saniert, ein Energie-managementsystem eingeführt, Photovoltaik- und Windkraftanlagen installiert sowie umfangreiche Maßnahmen im Bereich der Kühlung und Lüftung umgesetzt. Dadurch konnte das dänische Krankenhaus seinen jährlichen Stromverbrauch um 23 Prozent, den Verbrauch für Heizenergie um 41 Prozent reduzieren und in einem Jahr insgesamt über 4.000 Tonnen CO2 einsparen.

Die Wirtschafts- und Beschäftigungsförderungsagentur GRE Liège unterstützt mit ihrem Projekt RenoWatt in Belgien 13 Gemeinden dabei, Energieeinsparmaßnahmen in ihren Liegenschaften umzusetzen wie z. B. die Dämmung von Dächern, Fenstern oder des gesamten Gebäudes, den Einsatz von erneuerbaren Energien oder Betriebsoptimierungen. Dabei gibt sie Hilfestellung u.a. bei der Ausschreibung sowie bei der Auswahl geeigneter Energiedienstleister und führt Energieaudits durch. So trägt RenoWatt dazu bei, nicht nur die regionale Wirtschaft vor Ort zu stärken, sondern auch insgesamt
22 Millionen Euro an Energiekosten zu sparen sowie den Primärenergieverbrauch der Kommunen um 32 GWh pro Jahr zu reduzieren. Die gesammelten Erfahrungen werden mithilfe von Workshops und Konferenzen weiteren Kommunen bereitgestellt.

Kategorie „Bestes europäisches Energiedienstleistungsunternehmen“:

Das italienische Bauunternehmen Edilvi S.p.A. hat einen innovativen Standardisierungsprozess für die energetische Sanierung von Gebäuden mit Hilfe von Energiespar-Contracting (ESC) entwickelt. Dabei werden die unterschiedlichen Bedürfnisse, Strukturen und finanziellen Möglichkeiten von Privatpersonen, Unternehmen und der öffentlichen Hand berücksichtigt. Auf Grundlage dieser Daten konnten optimale Energiesparmaßnahmen umgesetzt und bereits zahlreiche Gebäude zu Niedrigenergiehäusern umgebaut werden. Diese tragen nun das Label „CasaSmartPlus“.

Kategorie „Bester Förderer von Energiedienstleistungen in Europa“:

Energieagentur Dublin (Codema): Als Non-Profit Unternehmen von der Stadtverwaltung Dublin gegründet, arbeitet Codema mit den lokalen Behörden zusammen, um die ambitionierten Energie- und Klimaziele über die erfolgreiche Entwicklung und Umsetzung von Pilotprojekten zu erreichen. Codema  unterstützte als Projektentwickler maßgeblich die Umsetzung von Irlands erstem Energiespar-Contracting-Projekt in der Stadtverwaltung Dublin in drei Sport- und Fitnesscentern. Damit spart die Kommune jährlich rund 165.000 Euro Energiekosten und 639 Tonnen CO2 ein. Codema setzt sich mit umfangreichen Kommunikations- und Marketingmaßnahmen dafür ein, diese Erfolge auf weitere Liegenschaften und Kommunen zu übertragen.

Die detaillierten Projektbeschreibungen der Gewinner und Bewerber werden zeitnah auf dieser Website veröffentlicht.

Foto © Berliner Energieagentur

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